Nasslackierung
Nasslackierung ist ein Verfahren zum Auftrag von Hydrolack oder lösemittelhaltigen Lacksystemen. Bei der Nasslackierung handelt es sich um ein Spritzverfahren. Diese Behandlungsmethode gewährleistet größte Flexibilität im Bezug auf Losgrößen und Werkstücksgeometrie und eignet sich für nahezu jeden metallischen Untergrund sowie für Kunststoffe.
Nasslackierung dient vorrangig zur Erzeugung dekorativer Oberflächen. So gestaltet die Lackierung die Optik des behandelten Werkstoffes durch Veränderungen von Farbe und äußerer Struktur und erzeugt haptisch ansprechende Flächen beispielsweise mittels so genannter Soft-Touch-Effekte. Darüber hinaus besitzt die Nasslack-Schicht auch funktionelle Eigenschaften: In Verbindung mit einem Primer bietet sie hohen Korrosionsschutz.
Das Nasslack-Verfahren eignet sich zum Auftrag von lösemittelhaltigen Lacken und Hydrolacksystemen. Es ermöglicht die Behandlung eines breiten Werkstoffspektrums: So sind zahlreiche Kunststoffe wie ABS/PC, PP, PPO oder PA6 ebenso lackierbar wie alle metallischen Untergründe. Gezielt bedarfsorientiert gehen der Nasslack-Behandlung Vorbehandlungen wie Grundierung, Fluorisierung, Flammbehandlung oder Phosphatierung voraus.
Die Einsatzmöglichkeiten nasslackierter Werkstoffe sind breit gefächert. Diese Produkte finden unter anderem als Innenraumzubehör in der Automobilindustrie Verwendung: So verbessert die Spritz-Behandlung beispielsweise Optik und Haptik von Blenden oder Lüftungsgittern aus ABS-Kunststoff. Für Blenden kommen 40 bis 50 µm dicke Schichten aus Hydrosoftlack, für Lüftungsgitter 30 bis 40 µm dicke Schichten aus Softlack zum Einsatz.
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Jörg Bolten und Dirk Linnewerth
Anwendungsberater
AHC Special Coatings GmbH
Dycker Feld 43
42653 Solingen
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